Die Führungskraft...

... und ihr souveräner Ausstieg

Innerhalb des Betriebes, des Konzerns oder der Firma sind wir als Führungskraft vielfältigen Spannungsfeldern ausgesetzt. Aber wir sind nicht nur mit großem Druck konfrontiert. In unseren späten Berufsjahren kann auch unsere Position in Gefahr geraten. Wenn es unerwartet und nicht vorhersehbar zu Übernahmen, Reorganisationen oder dem Abbau von Hierarchiestufen kommt, kann oftmals der altersbedingte Ausstieg aus dem aktiven Berufsleben nicht mehr geplant werden. Unversehens können wir dann vielleicht nicht mehr selber entscheiden und verlieren unsere Handlungsfähigkeit. Häufig genug gehen damit auch Gelassenheit, Weitblick und Klugheit verloren.

Vereinfacht könnte man sagen, dass es grundsätzlich zwei Situationen beim Ausstieg einer Führungskraft aus dem Unternehmen gibt:

  • Der geordnete, planbare, altersbedingte Rückzug aus dem Berufsleben
  • Die unerwartete, fremdbestimmte Ausstiegssituation

In beiden Fällen gibt es natürlich viele verschiedene Möglichkeiten als Führungskraft zu agieren. Dabei gibt es kein Richtig und kein Falsch! Wohl aber gibt es ein individuell richtiges oder individuell falsches Verhalten.

Bei ‚Zeitenwende’ verfügen wir über Konzepte dafür, wie sich betroffene Führungskräfte beim jeweiligen Ausstiegszenario (s.o.) individuell richtig verhalten könnten, um souverän und handlungsfähig zu bleiben, und um das eigene Gesicht wahren zu können.

Der geordnete Ausstieg

In vielen Unternehmen ist es üblich, den Ausstieg der Führungskraft im Voraus zu planen. Es ist dann in der Regel vertraglich festgelegt, ob das berufliche Ende mit 60, 63, 65 oder gar mit 67 Jahren erfolgt. Allerdings sollten aus unserer Sicht die konkreten Vorbereitungen auf das Ende der aktiven Zeit in der Firma bereits ein bis zwei Jahre vor dem Tag X, dem letzten Arbeitstag, diskret beginnen. In dieser Zeit sollte die ausscheidende Führungskraft die Chance nutzen, sich bereits mit ihrem Ausstieg zu beschäftigen und „ihr Haus“ aufzuräumen, um dann für einen geordneten Übergang zu sorgen. Dazu ist die eigene Planung von großer Bedeutung. Aus unserer Sicht sind viele Punkte zu berücksichtigen.

Unsere Erfahrung mit unseren Kunden: Je umfassender und ganzheitlicher diese Vorbereitungen getroffen werden, desto besser für die spätere Zufriedenheit im nachberuflichen Leben.

Der fremdbestimmte Ausstieg

  • Ein aktuelles Beispiel: Die Inhaber eines bedeutenden Unternehmens der Chemiebranche hatten sich entschlossen, ihr Unternehmen an einen neuen Eigentümer zu verkaufen. Die Folge davon war, dass unmittelbar nach der Übernahme alle Führungskräfte, die älter als 55 Jahre waren, freigestellt wurden. Viele der Führungskräfte waren von der Situation vollkommen überrascht, sie wurden sozusagen ‚eiskalt’ erwischt. Es gab zwar eine gute Abfindung aber einige der gekündigten Führungskräfte hatten größte insbesondere psychische Probleme, mit der Situation zurecht zu kommen. Die Folge war, dass unter den betroffenen Führungskräften massiv über den neuen Eigner geschimpft wurde, man sich regelrecht in eine negative Gedankenwelt begab, die das eigene Leben, gerade auch im privaten Bereich, sehr ungünstig beeinflusste. 

Bei fast allen dieser so betroffenen Führungskräfte fehlte die Erkenntnis, dass solch negativen Gedanken – so verständlich sie im Einzelfall auch sein mögen – nur einem schaden: nämlich dem, der sie denkt, nicht aber dem Unternehmen! Und was brächte es auch, dem Unternehmen schaden zu wollen?

Der Preis, den diese Führungskräfte – trotz einer guten Abfindung – gezahlt haben, ist eindeutig zu hoch! Wer einmal einen Arbeitsgerichtsprozess mittelbar oder gar als Betroffener miterlebt oder durchlitten hat, der weiß: Jeder der Beteiligten lässt in solch einem Prozess Federn. Allerdings wird ein solcher Prozess in der Firma, gegen die man als Führungskraft zu Felde zieht, auf viele Schultern verteilt. Wir als klagende Arbeitnehmer dagegen haben nur unsere beiden vergleichsweise schmalen Schultern!

Es ist keine Frage: Wer so, wie oben beschrieben, eiskalt erwischt wird, für den ist es hart, kluge Entscheidungen zu fällen und souverän zu bleiben. Dennoch gilt für die oben genannten Fälle: Es handelt sich ausnahmslos um Führungskräfte. Von denen – so unser Verständnis – wird nicht nur verlangt andere zu führen, sondern insbesondere auch sich selbst!

Wer unvermittelt in solch eine existentiell bedrohliche Situation gerät, der darf von sich nicht erwarten, in einer Sekunde alles richtig zu entscheiden.

Wohl jede Führungskraft kennt den nachfolgenden Spruch und hat ihn möglicherweise selber schon öfters an Mitarbeiter als Aufforderung zum Handeln weitergegeben:

„Hinfallen ist nicht schlimm – nur liegen bleiben!“

In unseren individuell fein aufeinander abgestimmten Coaching-Prozessen helfen wir Führungskräften, zu ihren individuell richtigen Erkenntnissen zu kommen, die es ermöglichen, eben nicht liegen zu bleiben, sondern aufzustehen und weiterzugehen. Es gilt, die eigene Handlungsfähigkeit wiederzuerlangen und mit großer Zielsicherheit ein erfülltes und selbstbestimmtes nachberufliches Leben in Freiheit zu führen.

Die nachberufliche Lebenszeit kann im günstigen Fall viele Jahre andauern. Wir meinen: Es ist eine sehr kostbare Zeit, die es zu nutzen gilt. Wir sollten dabei nur wenig dem Zufall überlassen.